Eröffnung der Offroad-Saison 2010/2011 in Ratzeburg
von Marco J.
Die Tage werden kürzer, feuchter und kälter. Das Laub liegt nass auf der Straße anstatt im Knick hängend vor dem eisigen Wind zu schützen. Die Nase läuft schneller als der Renner rollen kann. Die Touren werden immer kürzer, trotz eines ordentlichen Aufgebots an Beleuchtung am Rad. Die letzte RTF ist schon auch einige Tage vorbei. Was tun? Nicht mehr fahren, hinterm Ofen verstecken und auf das nächste Frühjahr warten?
Nein denn jetzt beginnt die Zeit ins Gelände zu gehen: Im Wald gibt es auch im Winter noch passablen Windschutz und anspruchsvolle Strecken, die dem fröstelnden Radler von innen her einheizen. Da ist man selbst nach einer kürzeren Runde schön ausgepowert und hat sich die saisonalen Heißgetränke und Süßspeisen redlich verdient.
Kurzum: Die CTF-Saison beginnt!
Ein schöner Nebenaspekt in der dunklen Jahreszeit ist es, dass die CTFen immer erst um 10.00 Uhr gestartet werden genug Zeit also selbst für eine etwas weitere Anreise.
Die erste Veranstaltung in unserer Nähe fand am 24.10.2010 in Ratzeburg statt, ausgerichtet durch den RST Lübeck .
Bereits im vergangenen Jahr war eine kleine Delegation unseres Teams dort, hat die Veranstaltung getestet und fand sowohl Strecke als auch Organisation sehr gelungen. Auch in diesem Jahr war die CTF wieder vorbildlich ausgerichtet, allein das Wetter hätte ein wenig freundlicher sein können. Aber der Reihe nach:
Insgesamt 6 Kühe (Dirk, Goschi, Gräßi, Holger, Manne u. Marco) ließen sich weder durch Kälte, Sturm oder Regen davon abhalten in Ratzeburg an den Start zu gehen. Die bange Frage "Auf welche Strecke gehen wir denn: 76 oder 47 km?" wurde uns vom Veranstalter abgenommen. Wegen der angesagten Sturmböen, des Dauerregens und der sehr anspruchsvollen Strecke (einer der Tourguides war bei der Streckensichtung vergangene Woche verunfallt und liegt noch im Krankenhaus - das THH wünscht an dieser Stelle gute Besserung!) fiel diese Entscheidung.
Somit brauchten wir uns nur noch für eine der Gruppenaufstellungen zwischen "eher flott - links" und "eher Piano -rechts" entscheiden. Irgendwie landeten wir dann doch in der ersten Gruppe, und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
Der Hinweis auf die anspruchsvolle Strecke war wirklich ernst gemeint und gepaart mit dem recht flotten Tempo dezimierte sich die gut 15 Fahrer starke Gruppe schon bis zur Verpflegungsstelle deutlich. Auch unser Team war zu dem Zeitpunkt schon halbiert oder freundlicher ausgedrückt: Die als zweites gestartete Gruppe erhielt ein wenig Zuwachs.
Irgendwann im 2. Teil der Strecke musste auch Dirk die Gruppe ziehen lassen - angesichts seiner Reifenwahl (fast profillose MTB-Reifen!) war es ohnehin ein Wunder, dass er so lange vorn mit dabei war. Wobei sich später dann eher die Bremse als Problempunkt erwies und für einen Ausritt inkl. blutiger Stacheldrahtkratzer im Gesicht veranwortlich war.
Nachdem ein "normalen" Vorderraddefekt an Goschis Rad nur eine kleine Pause erzwang, legte kurze Zeit später ein lautes "PENG" seinen Crosser endgültig lahm: Nicht nur den hinteren Schlauch hatte es zerlegt, sondern auch noch den Mantel auf fast 10 cm zerrissen.
Von der Unglücksstelle wählte ich dann den direkten Weg zurück zum Start, um Goschi und seinen waidwunden Crosser wieder einzusammeln.
Fazit: von 6 gestarteten Kühen schaffte es keine auch in der 1. Gruppe ins Ziel zu fahren. Die gute Erkenntnis daraus lautet: Im Gelände haben wir noch reichlich Potenzial nach oben.
Dennoch war die Tour -trotz Regen, Kälte und teils heftigem Wind- eine Riesengaudi. Die Strecke war sehr schön ausgewählt und wurde souverän von unserem Guide geführt. Dabei war für jeden Geschmack etwas dabei: Von "Waldautobahn" über winklige Passagen, schnelle Ab- und steile Auffahrten, zahllose Äste auf dem Weg, nasses Laub, offene und versteckte Baumwurzel - fantastisch!
Im kommenden Jahr findet dies tolle CTF übrigens am 30.10.2011 statt - dann bei hoffentlich etwas netterem Wetter. Also: Termin vormerken.
Bilder der Veranstaltung gibt es übrigens bei Helmuts Fahrradseiten zu sehen.